FLUGMASCHINISTEN gab es schon in den 30-iger Jahren und in den 50-igern auf der Super Constellation hieß er dann Flugingenieur.
So richtig entwickelt war der Berufsstand auf der Boeing 707 und so haben wir den Job kennen gelernt. Als ich die Schulung begann, war ein starker Bedarf an Nachwuchs bei der Lufthansa und im Abstand von wenigen Monaten begann ein neuer Lehrgang.

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Voraussetzung war ein abgeschlossenes Ingenieurstudium der Fachrichtung Flugzeugbau, Maschinenbau oder Elektrotechnik. 1968 waren goldene Zeiten für Ingenieure, die Zeitungen waren voll mit Stellenanzeigen. Ich stand gerade am Ende meines Studiums (Apparatebau und Kerntechnik) an der Ingenieurschule am Berliner Tor in Hamburg und wurde so auf den Beruf Flugingenieur aufmerksam.

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NFI21
Nach dem Bestehen eines gründlichen Eignungstest begann im Februar 1969 für mich im 21. NFI (Nachwuchsflugingenieure) in der Luftwerft in Hamburg Fuhlsbüttel die Schulung.

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LHFlagge
Das Luftfahrtbundesamt hatte neben den Lehrfächern (z.B. Technik, Meteorolgie, Englisch) eine 1-jährige "Werftpraxis" vorgesehen, in der wir in verschiedenen Werkstätten zuschauen durften!. Nicht nur für die gelernten Flugzeugmechaniker unter uns war diese Zeit viel zu lang und wurde als Zeitverschwendung empfunden.

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In der Luftwerft standen auch regelmäßig Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing B707 zur Überholung. Wann endlich würden wir damit in die grosse weite Welt fliegen? Rio oder Hongkong?

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B747-100
Und dann kam im März 1970 der erste Jumbo nach Hamburg. Die riesige Boeing B747-100 kam direkt aus Seattle vom Hersteller zur Ausrüstung in die Luftwerft.
Ob ich eines Tages wohl auch damit fliegen würde? Dieses Flugzeug hat ein enormes Instrumentenbrett für Flugingenieure!

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B727Helsinki
Doch wir wurden auf das Eingangsmuster B727 geschult. Im Sprachgebrauch der Lufthansa 'Europajet'. Endlich durften wir die ersten Streckenerfahrungsflüge machen. Der Flug auf dem Beobachtersitz (Jumpseat) hinter dem Kapitän war tatsächlich der erste Flug auf einem Jet für mich! Auf was hatte ich mich da eingelassen!?

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Die Ausbilder im Simulator und die Prüfungen während der Linienausbildung waren - aus heutiger Sicht - ganz schön streng! Aber sie gaben uns ein sehr ordentliches Wissen mit auf den Weg um seinen Job gut zu machen und die ca. halbjährlichen Prüfungen zu bestehen.
Nachschulung, Umschulung auf andere Flugzeugmuster und Prüfungen im Simulator und im Linieneinsatz gehören zum Berufsleben aller Cockpitcrews, und das bis zum letzten Einsatz.

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Nachdem ich bei einem Einweisungsflug in einem Gewitter auf dem Balkan eins auf die Nase bekommen hatte, wollte ich den Beruf schon wieder an den Nagel hängen, denn das Getöse beim Durchfliegen des Hagelschauers war in jeder Hinsicht beeindruckend! (grosse Bilder in der Dia-Show)

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Gewitterfront
Diese Fotos zeigt aber auch schöne Seiten von Gewittern.

Wie jeder Flieger weiss - vom Hobbypiloten bis zum Linienkapitän - spielt das Wettergeschehen eine entscheidende Rolle bei der Durchführung eines Fluges.

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Sieben Jahre bin ich dann als Flugingenieur (FE) in Europa und den Nahen Osten geflogen. Von Moskau bis zu den Kanarischen Inseln, von London bis Teheran reichte das Streckennetz. Aber auch Nachtpostflüge innerhalb Deutschlands gehörten dazu.

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Neben der Arbeit kann man als Flieger auch Sehenswürdigkeiten besuchen, für die man sonst Urlaub nehmen müsste: Bei einen 3-Tagesaufenthalt in Cairo ist die Sphinx bei den Pyramiden von Gizeh ein beliebtes Ziel der Besatzungen.

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DC10-30
1978 konnte ich mich auf ein anderes Flugzeugmuster (innerbetrieblich) bewerben: Douglas DC 10. Das bedeutete eine große Umstellung. Neue , modernere Technik und davon reichlich. Einen hervorragend gestalteten Arbeitsplatz und ein völlig neues Streckengebiet.
Nun endlich war der ferne Osten mit Hongkong und Tokio in meinem Einsatzplan. Allerdings war die Abwesendheit auch regelmäßig 7-10 Tage.

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Das größte Flugzeug seiner Zeit - der Jumbo - war natürlich das Traumziel aller Cockpitcrews. 1988 begann das Training für mich. Die Ausbildungsschritte waren immer die gleichen: Theoretischer Teil, Simulatortraining, Flugtraining und Einweisung auf der Linie. Und nach jedem Abschnitt natürlich Prüfungen!

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13-Stunden-Flüge mit verstärkter Crew führte den Jumbo direkt nach Tokio oder Rio. Aber auch die 'normalen' Nachtflüge von New York oder Chicago nach Frankfurt waren eine große physische Belastung.
Ausserdem gab es auch reine Frachtflüge mit dem Jumbo mit der grossen 'Klappe'.
Bilder davon in der DIA-Show.

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B747400inflight
Inzwischen war die Boeing B747-400 auf dem Markt. Da war der dritte Mann, der Flugingenieur, durch moderne Technik ersetzt worden. Der Nachfolger der DC 10, die MD11 war auch nur 2-Mann-Cockpit (Das 'Mann' darf man nicht wörtlich nehmen - zunehmend waren auch bei Lufthansa Frauen im Cockpit!). Die Zeit der Flugingenieure neigt sich zu Ende. Es gibt schon lange keinen Flugzeugneubau mehr, der noch einen Arbeitsplatz für FE´s hat. Anfang der 80iger Jahre begann die Diskussion, wohin mit den Flugingenieuren?
Wie auch bei anderen Fluggesellschaften wurde auf freiwilliger Basis ein Eignungstest für die Pilotenlaufbahn angeboten.

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Für viele Flugingenieure brachte das Studium auch eine Vorliebe für Computer mit, angefangen bei Commodore C64 oder AMIGA 500 und fürs Cockpit SHARP Pocketcomputer - natürlich in Hongkong oder Tokio gekauft! Das zieht sich bis heute hin und eine eigene Homepage im Internet ist nur logisch.
Ein Flugingenieur hat sein schriftstellerisches Talent für ein Buch über die Fliegerei genutzt - natürlich unter besonderer Berücksichtigung unseres Berufes - und das im Internet mit vielen anderen interessanten Themen bekannt gemacht : Jürgen Heermann´s Website www.flugingenieur.de

Und wer etwa glaubt das Flugingenieure ausgestorben sind, kann sich auf den Stand der Dinge bringen lassen auf seiner Seite Ich dachte, Sie sind abgeschafft

Mein Kollege Jürgen Heermann am FE -Panel

Einige Kollegen sind ja tatsächlich abgeschafft worden, nähmlich durch die Umschulung zum Flugzeugführer. Da ich auch zu dieser Gruppe gehöre, kann ich sagen, das es ein schweres Stück Arbeit war!
Wer in jungen Jahren anfing ( so um die 30) hatte es noch leichter beim Lernen als die Älteren. Da waren in den letzten Lehrgängen Kollegen über 50! Wie es mir und meinen Lehrgangskollegen dabei ergangen ist, kann man in der Abteilung Die Homepage des 194. NFF meiner Homepage nachlesen.

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Für interessierte Besucher meiner Homepage habe ich das Aufgabengebiet der Flugingenieure auf einer Textseite zusammengefasst und ist zu finden am Ende der Dia-Show Flugingenieure

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